Im Winter kommt dem Naturschutzgebiet eine wichtige Rolle für die Überwinterung der Wasservögel zu. Entlang des Altrheins oder des nahegelegenen kanalisierten Rheins können dann bis zu 41 verschiedene Wasservogelarten beobachtet werden. Sie entfliehen den strengen Wintern ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets, um bei uns etwas gemäßigtere Temperaturen und eisfreies Wasser zu finden, in dem sie Nahrung finden.

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Überwinternde Vögel

Darunter befinden sich sehr weit verbreitete Arten, die man in großer Anzahl vorfindet: Haubentaucher (Podiceps cristatus), Kormoran (Phalacrocorax carbo), Höckerschwan (Cygnus olor), Graugans (Anser anser), Stockente (Anas platyhrynchos), Schnatterente (Anas strepera), Pfeifente (Anas penelope), Tafelente (Aythya ferina), Reiherente (Aythya fuligula), Schellente (Bucephala clangula) und Blässhuhn (Fulica atra). Im Winter können allein diese 11 Arten fast 96 % der anwesenden Wasservögel im Gebiet ausmachen.

Die seltenen Arten, weniger zahlreich, dafür aber attraktiver und interessanter, sind wie für alle Überwinterungsquartiere ein bisschen der „Stolz“ des Gebiets:

  • Rothalstaucher (Podiceps grisegena): ständiger Besucher des Gebiets im Winter, mit maximal 2 bis 3 Individuen.

  • Bergente (Aythya marila): eine Art, die oft zwischen den Reiherenten ( Aythya fuligula) untergeht.

  • Samtente (Melanitta fusca): eine absolut marine Art, die seit einigen Jahren beobachtet wird.

  • Zwergsäger (Mergus albellus): kleine, unauffällige Art.

  • Prachttaucher (Gavia arctica), Sterntaucher (G.stellata) und Gelbschnabeltaucher (G.adamsii)… unregelmäßig vorkommende Arten. Letztere (und bei Weitem die seltenste der drei Arten) wurde in den letzten 12 Wintern nur einmal beobachtet (1999).

  • Singschwan (Cygnus cygnus): eine einzige Erhebung eines Individuums während der letzten 12 Winter …die Art hebt sich inmitten der Höckerschwäne (Cygnus olor) durch seinen gelb und schwarz gefärbten Schnabel ab.

Das Monitoring der überwinternden Vögel

Das Gebiet liegt auf der Migrationsachse zwischen Rhein und Rhône und hat somit eine ideale Lage entlang des Altrheins als Rastplatz für überwinternde Wasservögel und damit auch für deren Zählungen, die im Winter einen der wichtigsten Bestandteile des Monitorings darstellt.

Von Mitte Oktober bis Mitte März werden auf Initiative der Stadt Straßburg alle 15 Tage insgesamt 11 Zählungen im Gebiet organisiert und durchgeführt. Diese gehören zu einem weiter gefassten Programm zur besseren Kenntnis der in Straßburg überwinternden Avifauna, das auch Zählungen in anderen Gebieten vorsieht: Hafenbecken, Ölhafen, nördlicher und südlicher Rheinhafen, Teiche im Wald der Robertsau …

Dazu wird bei jeder Zählung eine identische Strecke entlang des kanalisierten Rheins und des Altrheins abgegangen, um mit Fernglas und Fernrohr systematisch alle Wasseroberflächen abzusuchen. Jedes beobachtete Tier wird bestimmt und gezählt, bedeutende Ansammlungen mit mehreren Hundert Individuen (Reiherente, Stockente und Schnatterente) werden mit einem manuellen Zähler gezählt. Das gesamte Gelände der „Ile du Rohrschollen“ wird an einem Tag abgegangen. Dasselbe gilt auch für die anderen Gebiete. Ein Austausch mit einem außerhalb liegenden Gebiet oder Bewegungen innerhalb des Gebiets, die die Daten verfälschen könnten oder zu Doppelzählungen führen könnte, werden somit vermieden.

Die erhaltenen Zählungsergebnisse ermöglichen Vergleiche hinsichtlich des allgemeinen oder des artenspezifischen Bestands eines Gebiets oder zwischen den Gebieten über mehrere Jahre hinweg.

Fotos:
Schwarzhalstaucher © Sylvain HELLIO
Reiherente, Weibchen © Philippe STEPHAN
Blässhühner © Sylvain HELLIO