Da es sich beim Rohrschollen um ein Feuchtgebiet handelt, besteht die Tierwelt vornehmlich aus Vögeln und Amphibien. Allerdings findet man dort auch Reptilien, Fische, Insekten und Säugetiere.

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Vögel

Mehr als 158 Vogelarten wurden erfasst (Bestandsaufnahme der LPO, 2000). Der Rohrschollen bietet eine Vielzahl an Habitaten zur Fortpflanzung, Nahrungssuche oder als Raststätte.

Nistvögel: Ein Großteil der erfassten Vögel nistet auf der Insel. Manche Arten sind weit verbreitet, andere sind auf verschiedenen geografischen Ebenen geschützt, haben einen seltenen Schutzstatus oder sind Zeigerarten für qualitativ hochwertige Feuchtgebiete am Rhein.

Überwinternde Vögel: Der Rhein ist nach der Camargue das zweitwichtigste Winterquartier. In den kältesten Wintermonaten kann man im Rohrschollen durchschnittlich bis zu 4 000 Vögel beobachten, was die Insel hinsichtlich der Anzahl je nach Jahr zum viert- oder fünftwichtigsten Überwinterungsgebiet am Rhein macht.

Amphibien und Reptilien

Zehn Amphibien- und vier Reptilienarten wurden erfasst. Unter den Amphibien findet man zwei Arten von regionaler Bedeutung: den Laubfrosch (Hyla arborea) und den Kammmolch (Triturus cristatus). Erwähnenswert ist außerdem der Springfrosch (Rana dalmatina), eine typische Art der Auenwälder, sowie die Zauneidechse (Lacerta agilis).

Insekten

Bei den Bestandsaufnahmen und dem Monitoring wurden insgesamt 45 Schmetterlingsarten und 27 Springschreckenarten (Grashüpfer, Heuschrecken, Grillen und Gottesanbeterinnen) erfasst. Einige davon stehen auf der Elsässischen Roten Liste.

Die Elsässischen Roten Listen (Odonat - 2003) geben den Erhaltungszustand und die Gefährdung der Tier- und Pflanzenarten sowie der natürlichen Lebensräume wieder. Sie ermöglichen eine hierarchische Gliederung nach Seltenheits- oder nach Gefährdungsgrad …

Säugetiere

Die Naturschutzwarte beobachten regelmäßig Wildschweine, Rehe, Füchse, Biberratten, Eichhörnchen, Baummarder, Stinktiere, Wiesel und kleine Säugetiere. Außerdem jagen Fledermäuse (Chiroptera) gerne in Auenwäldern.

Fische

Durch die im Bauerngrundwasser und dem Altrhein durchgeführten Fischfänge konnten 22 Fischarten erfasst werden. Darunter befindet sich der Steinbeißer (Cobitis taenia), eine FFH-Art nach Anhang II (Art von gemeinschaftlichem Interesse). Zwei weitere Arten haben ebenfalls einen erwähnenswerten Schutzstatus: Der auf nationaler Ebene geschützte und auf der Elsässischen Roten Liste stehende Hecht (Esox lucius), sowie der Aal (Anguilla anguilla), der ebenfalls zu den geschützten Arten des Elsass gehört, und der auch auf europäischer Ebene gefährdet ist.

Fotos:
Mittelspecht © René HOFF
Zauneidechse © Camille HELLIO
Gemeine Strauchschrecke © Camille HELLIO