Hintergrund zum Projekt zur Redynamisierung der Rheinauen im Naturschutzgebiet „Ile du Rohrschollen“

 

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Hintergrund

Unter den vielfältigen Ökosystemen der großen europäischen Flussebenen ist der Weichholzauenwald das artenreichste und komplexeste von allen. Dieser lange Waldflur säumt die Ufer der in den Alpen entspringenden Flüsse. Seine Böden werden regelmäßig überschwemmt. Die vielfältigen Gehölzarten (Bäume, Sträucher, zahlreiche Lianen) verleihen ihm ein urwald-ähnliches Aussehen.

Diese Wälder werden heutzutage infolge der umfangreichen Begradigungsarbeiten der letzten Jahrzehnte immer weniger. Folglich ist der größte Teil der Auenwälder der vier großen europäischen Flüsse aus den Alpen (Rhein, Rhône, Donau, Po) verschwunden.

Die Insel Rohrschollen am Oberrhein, etwa zehn Kilometer Luftlinie von Straßburg entfernt, ist stellvertretend für die Wälder der Rheinauen, ein national und international seltenes Ökosystem, das sich durch die prioritären Lebensraumtypen 91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior und 91F0 Hartholzauenwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor auszeichnet. Die Insel Rohrschollen beherbergt ferner mehrere Arten und Lebensräume, die in den Anhängen I und II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und in Anhang I der Vogelschutzrichtlinie eingetragen sind. Diese prioritären Lebensräume sind jedoch dabei zu verschwinden.

Dies liegt hauptsächlich an der Seltenheit dynamischer Überschwemmungen des Rheines (die letzte fand 1999 statt), und deren statischer Charakter (langsames Ansteigen des Wasserstands von flussabwärts) ist nicht ausreichend, um sich positiv auf das Hydrosystem und die damit zusammenhängenden Lebensräume auszuwirken.

In der Tat wird die Insel gegenwärtig nur im Rahmen der Rückhaltung der Hochwasser des Rheins, die von den französischen und deutschen Verwaltungsbehörden kontrolliert werden, überschwemmt. Dies führt zu einem allmählichen Verschwinden der ersten Stadien der Pflanzenfolge und vereinfacht das räumlich-zeitliche Mosaik durch die Ausdehnung der Hartholzwälder und die Verlangsamung ihrer Erneuerungsdynamik.

Fotos:
Accouplement d'azurées © Elise TREMEL
Waldkauz © René HOFF
Teichfrosch