Durch die Bestandsaufnahmen und das Monitoring konnten 45 Schmetterlingsarten und 27 Springschrecken erfasst werden. Einige davon stehen auf der Elsässischen Roten Liste, wie z. B. der Blauäugige Waldportier, der Südliche Kurzgeschwänzte Bläuling, die Braunfleckige Beißschrecke, der Wiesengrashüpfer oder die Lauchschrecke. Die seltenste und am strengsten geschützte Art ist der Große Feuerfalter.

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Monitoring der Insektenwelt im Naturschutzgebiet

Zur Insektenwelt der offenen Lebensräume in besonderer Verantwortung des Elsass im Naturschutzgebiet gehören Arten, die man als Zeigerarten ihres jeweiligen Habitats bezeichnen kann. Sie können entweder von der Struktur des jeweiligen Habitats abhängen, wie das der Fall bei den Springschrecken ist (hohe oder niedrige Krautschicht, mit freigelegtem Gestein …) oder aber von der Zusammensetzung der Vegetation, wie die Schmetterlinge, die von einer bestimmten Wirtspflanze abhängen.

Durch das Monitoring der Zeigerarten werden die Entwicklung, der Gesundheitszustand und die Qualität des offenen Habitats aufgezeigt und somit auch die Auswirkungen und die Effizienz der dort durchgeführten Pflegemaßnahmen.

Mehrere Habitate, in denen die Arten in besonderer Verantwortung des Elsass anwesend sind oder potenziell anwesend sein könnten, werden anhand von Probestreifen abgegangen. Entlang dieser wird die Anzahl der Individuen entweder durch direkte Bestimmung (visuelle Beobachtung und / oder über Geräuschabgabe) oder durch Fänge (mit anschließendem Freilassen) nachgewiesen. Dies wird in allen betroffenen Habitaten mehrmals über den gesamten Sommer (Mai bis August) hinweg durchgeführt.

Arten, für die ein Monitoring durchgeführt wird

Die wichtigsten Arten in besonderer Verantwortung des Elsass, für die ein Monitoring durchgeführt wird sowie deren Lebensräume sind:

Braunfleckige Beißschrecke (Platycleis tesselata) und Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata):

Diese beiden Schreckenarten befinden sich beide auf der Elsässischen Roten Liste als „gefährdet“ und auf der Orangenen Liste des Elsass „unter Beobachtung“.

Die Westliche Beißschrecke ist insgesamt in allen für sie geeigneten Habitaten im Naturschutzgebiet weit vertreten: an warmen Standorten entlang der Hochwasserdämme und auf Trocken- und Magerrasen mit kiesigen Böden am Eingang zum Naturschutzgebiet (oder auf der Dammkrone).

Die Braunfleckige Beißschrecke (die seltenere der beiden Arten) ist im Gebiet weit weniger gut vertreten, da nur noch eine Population (+/- 30 Individuen) entlang des Hochwasserdamms vorkommt. Die Art findet dort ein ähnliches Habitat wie das der Westliche Beißschrecke, aber mit einer dichteren Krautschicht am Boden.

Mit etwas Übung können die beiden Arten nach einiger Zeit visuell oder für die Westliche Beißschrecke auch mit einem geschulten Gehör unterschieden werden. Um sicher zu gehen oder aber um Informationen zur Geschlechterverteilung zu erhalten, ist es aber dennoch notwendig, die Individuen mit einem Netz einzufangen.

Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus) und Lauchschrecke (Mecostethus parapleurus):

Erstere steht als „rückläufig“, die zweite als „gefährdet“ auf der Elsässischen Roten Liste - …

Die erste Art ist in allen offenen Lebensräumen des Naturschutzgebiets gut vertreten. Die zweite Art ist erst seit Kurzem (seit 2010) mit einigen wenigen, kleinen Populationen mit maximal 1 bis 10 Individuen (4 isolierte Populationen) auf dem Gebiet anwesend. Die beiden Arten benötigen hochwüchsige Krautschichten, und eher sehr warme und feuchte Lebensräume. Sie gehören zu den Begleitarten gewisser Springschreckengemeinschaften.

Die Lauchschrecke ist für das geschulte Auge aufgrund seiner Größe und seiner Färbung statisch oder im Flug einfach erkennbar / bestimmbar. Der Wiesengrashüpfer ist ohne Fang nur schwer bestimmbar (der Fang ist nötig, um ihn mit Sicherheit von anderen, nah verwandten Arten zu unterscheiden). Dafür kann er aber ohne Zweifel anhand seines ganz besonderen Gesangs bestimmt werden.

Blauäugiger Waldportier (Minois dryas):

Diese Art steht auf der Elsässischen Roten Liste. Sie ist gefährdet und man kann sie auf den Trockenrasen am Eingang des Naturschutzgebiets, auf den Hochwasserdämmen und in hochwüchsigen Wiesengesellschaften mit unterschiedlichen Feuchtigkeitsgraden und vielen Gräsern, auf denen sie ihre Eier ablegt, beobachten. Diese Art ist leicht mit bloßem Auge im Flug oder sitzend bestimmbar.

Großer Feuerfalter (Lycaena dispar):

Dabei handelt es sich um die einzige national geschützte Schmetterlingsart im Naturschutzgebiet, die außerdem auch auf der Elsässischen Roten Liste als „rückläufig“ steht. Der Große Feuerfalter ist des Weiteren eine FFH-Art (Anhang II und IV). Er benötigt Feuchtwiesen und insbesondere die Anwesenheit seiner Wirtspflanze, dem Ampfer (und besonders Rumex crispa), auf dem er seine Eier ablegt und auf dem sich die Larven entwickeln. Die Imago (erwachsener Schmetterling) ist ebenfalls von dieser Pflanze abhängig, aber zur Nektaraufnahme ist eine ganze Bandbreite von Pflanzen geeignet: das Große Flohkraut (Pulicaria dysenterica), der Gewöhnliche Wasserdost (Eupatorium cannabinum), der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) … Die Art kann mit bloßem Auge, sitzend oder im Flug bestimmt werden. Um allerdings jede Verwechslung mit verwandten Arten auszuschließen und um Informationen zur Geschlechterverteilung zu erhalten, ist es nötig, die Art zu fangen.

Fotos:
Braunfleckige Beißschrecke © Camille HELLIO
Westliche Beißschrecke © Camille HELLIO
Lauchschrecke © Camille HELLIO
Blauäugiger Waldportier, Männchen © Camille HELLIO
Großer Feuerfalter © Camille HELLIO
Südlicher Kurzgeschwänzter Bläuling