Durch die Bestandsaufnahme der nistenden Avifauna des Naturschutzgebiets „Ile du Rohrschollen“ (LPO 2000) konnten 54 Arten in den Wäldern und 30 Arten in der Auenwiese erfasst werden.

Darunter befinden sich Arten in besonderer Verantwortung Frankreichs, die charakteristisch für ihren Lebensraum sind und Indikatoren für den guten Gesamtzustand des Lebensraums sind.

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Wälder

In den Wäldern (vom Pionierwald bis zur Hartholzaue) des Gebiets leben insgesamt 6 Spechtarten der Niederungen: Schwarzspecht (Dryocopus martius), Grünspecht (Picus viridis), Grauspecht (Picus canus), Buntspecht (Dendrocopos major), Mittelspecht (Dendrocopos medius) und Kleinspecht (Dendrocopos minor).
In den Wäldern kommen außerdem mehrere Greifvögel vor, wie der Schwarzmilan (Milvus migrans), der in stillen Gewässern fischt. Der Habicht (Accipiter gentilis) und der Sperber (Accipiter nisus) haben den Wald an sich als Jagdrevier.

Die im Zuge des Orkans von 1999 umgefallenen Bäume waren insbesondere für den Eisvogel (Alcedo atthis) ein Glücksfall, da die dadurch entstandenen Wurzelteller gute Brutmöglichkeiten bieten.

Aquatische Lebensräume

Das interne Gewässernetz (sowie der Altrhein) und die daran gebundenen stillen Gewässer bieten Brutmöglichkeiten für die Reiherente (Aythya fuligula), das Blässhuhn (Fulica atra), die Stockente (Anas platyrhynchos) oder den Höckerschwan (Cygnus olor). Vielleicht haben wir eines Tages auch das Glück, die Rückkehr des seit 2005 aus dem Gebiet verschundenen Zwergtauchers (Tachybaptus ruficollis) zu erleben.

Wiesen

Das Habitat-Mosaik der Auenwiesen und der Erhalt einiger Gehölze bieten ebenfalls Brutmöglichkeiten für bemerkenswerte Vogelarten.
Der Neuntöter (Lanius collurio) ist sicherlich die repräsentativste Art der Auenwiese, er benötigt hohe Gräser mit vereinzelten Gehölzen in denen er Brutmöglichkeiten und zahlreiche Tierarten (Springschrecken, Kleinsäuger) als Nahrung findet.
Andere Arten brüten inmitten der hohen Gräser, oder im Schilf (paludicole Arten): Feldschwirl (Locustella naevia) (seit 2005-2006 nicht mehr im Gebiet erfasst), Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) und Teichrohrsänger (A.scirpaceus), Rohrammer (Emberiza schoeniclus).
Dieser offene Lebensraum ist außerdem bestens für den Turmfalken (Falco tinunculus) geeignet, der dort sein Jagdrevier hat und von den Leitungsmasten auf der Wiese als Brutstätte profitiert.

Wissenschaftliche Begleitung

Um die Auswirkungen der Pflegemaßnahmen der Auenwiese auf die an diesen Lebensraum gebundenen Arten zu messen, führt die Stadt Straßburg jedes Jahr im Frühjahr Kartierungen der Gebiete anhand von Beobachtungen mit dem Fernglas durch, die eine Zählung der brütenden Paare pro Art sowie eine Lokalisierung der Brutstätten des Turmfalken (Falco tinunculus), der Goldammer (Emberiza citrinella), des Sumpfrohrsängers (Acrocephalus palustris), des Neuntöters (Lanius collurio) ermöglicht… und die des Feldschwirls (Locustella naevia), falls dieser zurückkommen sollte.

Die Waldvögel werden ab 2102 in fünfjährigem Abstand über Verhören an bestimmten Punkten erhoben (anhand der französischen Methode der „Indices Ponctuels d´Abondance“, I.P.A). Diese Punkte werden in regelmäßigen Abständen im Wald festgelegt und ermöglichen über zwei Verhörungsserien im Frühling (Mitte April und Mitte Mai) die genaue Zählung der Brutpaare für jede Art.

Außerdem werden im Sommer Erhebungen mit dem Kanu durchgeführt (6 Durchfahrten zwischen Mitte Juni und Mitte August). Durch die Zählung der Brutstätten und/oder der Brutpaare entlang des internen Gewässernetzes und des Altrheins kann die Entwicklung der nistenden Wasservögel verfolgt werden.

Fotos:
Grünspecht © Sylvain HELLIO
Zwergtaucher © Sylvain HELLIO
Neuntöter ©Sylvain HELLIO
Blässhuhneier © Camille HELLIO