Im Norden der Insel, zwischen dem Altrhein und den Hochwasserdämmen, befindet sich eine Auenwiese. Auf diesem offenen Gelände wechseln sich kleine Wäldchen und hohe Pflanzenbestände ab. Dieses Wiesenbiotop weist eine große Pflanzenvielfalt auf. Es gibt nur wenige Auenwiesen entlang des Rheins. Daher ist es wichtig, dieses Biotop durch Offenhaltung des Geländes zu erhalten.

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Trockenrasen

Trockenrasen haben eine charakteristische Vegetation, die niederwüchsig und an hohe Temperaturen (thermophil) und an Trockenheit (xerophil) angepasst ist. Man findet diesen Lebensraum an mehreren Stellen der Wiese und entlang des Hochwasserdamms auf Kiesböden. Durch die Thymiansträucher (Thymus pulegioides) und den Majoran (Origanum vulgare) erinnern diese Gebiete durch ihre Düfte an mediterrane Gefilde. Sie werden von Arten wie dem Natternkopf (Echium vulgare) oder dem Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) begleitet. Diese Orchidee, die auf der Elsässischen Roten Liste steht, kommt hauptsächlich auf den Hochwasserdämmen und auf Wiesen vor.

Die Elsässischen Roten Listen (Odonat - 2003) geben den Erhaltungszustand und die Gefährdung der Tier- und Pflanzenarten sowie deren natürliche Lebensräume wieder. Sie ermöglichen eine hierarchische Gliederung nach Seltenheits- oder nach Gefährdungsgrad.

Mähwiese

Die Vegetation der Mähwiese ist sowohl hochwüchsiger als auch dichter als die der Rasen. Charakteristisch ist der große Reichtum an Gräsern, darunter der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) sowie eine Blütenpflanzengesellschaft, deren bekanntester Vertreter sicherlich die Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) ist.

 

Feuchtwiese

Dieses Habitat kommt auf kleinen Flächen im Naturschutzgebiet vor und besteht aus hohen Gräsern wie dem Blauen Pfeifengras (Molinia caerulea), gemischt mit Seggen (auch Carex genannt). Die bekannteste Pflanze der Feuchtwiesen am Rhein ist wahrscheinlich der Baldrian (Valeriana officinalis), der in Form von gelbblühenden Büscheln vom weidenblättrigen Alant (Inula salicina) oder aber vom schönen und geschützten Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) begleitet wird, einer unauffälligen Orchidee, die im Juli wächst.

 

Gehölze

Die Gehölze der Feuchtwiese bestehen zum größten Teil aus Schlehdorn (Prunus spinosa), Hagebutte (Rosa canina), Weißdorn (Crateagus monogyna) oder Rotem Hartriegel (Cornus sanguinea). Es handelt sich hierbei meist um Dornenbüsche, welche den Tieren (Säugetiere und Vögel) Schutz und Nahrung bieten.

Wissenschaftliche Begleitung

Die Entwicklung der Feuchtwiese des Naturschutzgebiets wird ebenfalls verfolgt. Dieses Monitoring hat zum Ziel, die existierenden Habitate zu beschreiben und die durchgeführten Pflegemaßnahmen zu evaluieren.

Dieses Monitoring wird alle zwei Jahre durchgeführt. Hierzu wurden 32 ständige, georeferenzierte 25 ha große Stichprobenflächen auf der gesamten Wiese festgelegt.

Eine Stichprobenfläche ist eine genau abgegrenzte Fläche innerhalb derer Vegetationserhebungen durchgeführt werden. Die auf lange Dauer angelegten Stichprobenflächen ermöglichen ein langfristiges Monitoring der Vegetation. Die Größe und Form der Flächen ist abhängig von dem untersuchten Objekt.

Auf jeder Stichprobenfläche wird eine phytosoziologische Bestandsaufnahme durchgeführt. Die Phytosoziologie untersucht die Beziehungen zwischen den Pflanzen und ermöglicht es, verschiedene Pflanzengesellschaften eines Standorts zu untersuchen und zu unterscheiden. Eine phytosoziologische Untersuchung besteht au seiner Bestandsaufnahme der Pflanzen auf einer Stichprobenfläche (alle anwesenden Pflanzen werden erhoben). Jeder Pflanze wird ein Koeffizient zugeordnet, der die Abundanz in der Aufnahmefläche beschreibt. Diese erhobenen Daten werden anschließend computerisiert und mit den älteren Erhebungen verglichen. Der Vergleich mit den älteren Erhebungen ist geeignet für das Monitoring von Pflegemaßnahmen wie in unserem Fall die Mahd. Die Analyse dieser Elemente ermöglicht dem Schutzgebietsbetreuer, die durchgeführten Pflegemaßnahmen zu evaluieren.

Fotos:
Bienen-Ragwurz © Camille HELLIO
Sumpf-Stendelwurz © Camille HELLIO
Kornelkirsche © Camille HELLIO