Im Auenwald kann die Pflanzenwelt sehr reichhaltig sein und manche Pflanzen werden als typische Vertreter der Rheinauenwälder angesehen. Die Schwarzpappeln, Weiden, Eichen und Holzäpfel, mit Lianen bedeckt, sind typische Elemente des rheinischen Dschungels.

 

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Bäume

In den Rheinauenwäldern gibt es eine große Vielfalt an Bäumen und Sträuchern, von denen einige bemerkenswert sind. Dazu gehört z. B. die Schwarzpappel (Populus nigra), eine typische Baumart der Rheinauen, die eine Höhe von 30 bis 35 m erreichen kann und bis zu 200 Jahre (400 Jahre für die ältesten) alt werden kann. Allerdings können die vielen, für die Forstwirtschaft oder als Zierpflanzen angepflanzten Hybridpappeln die wild wachsende Schwarzpappel bestäuben, wodurch deren Genmaterial „verunreinigt“ wird. Die Einflüsse des Menschen (Begradigung, Dammbau, Stauwerke) auf die Rheinauen haben außerdem dazu beigetragen, diese Art zu gefährden.

Es gibt noch weitere, an die Auen angepasste Baumarten wie die Esche (Fraxinus elxcelsior), die Silberweide (Salix alba), die Stieleiche (Quercus robur) oder der Bergahorn (Acer pseudoplatanus). Andere Arten wie die Flatterulme (Ulmus laevis), die Kornelkirsche (Cornus mas) oder der Holzapfel (Malus sylvestris) sind etwas seltener.

Lianen

Manche der für die Rheinauenwälder typischen Lianenarten haben eher einen schlechten Ruf, wie z. B. der Efeu (Hedera helix). Der Efeu, der Hopfen (Humulus lupulus), die Waldrebe (Clematis vitalba), oder aber die seltene und streng geschützte Wilde Weinrebe (Vitis vinifera subsp. sylvestris), Vorfahre unserer im Weinanbau genutzten Weinreben, geben dem Wald das Aussehen eines Dschungels.

Die Wilde Weinrebe, auch Wilder Weinstock oder Echter Wilder Wein genannt, ist anscheinend der Vorfahre unserer Weinrebe. Sie ist aufgrund der Fragmentierung und des Rückgangs der Feuchtgebiete sowie aufgrund ihrer Anfälligkeit für Krankheitserreger unserer Weinrebe vom Aussterben bedroht. Deshalb ist diese Art frankreichweit geschützt.

An dieser Stelle soll daran erinnert werden, dass Lianen Epiphyten (d. h., sie nutzen den Baum nur als Kletterhilfe, um an das Sonnenlicht zu kommen) und keine Parasiten sind. Sie schaden in keiner Weise dem Baum, auf dem sie sich entwickeln.

Unterholz

Das Unterholz steht den anderen Schichten in keiner Weise nach, ist aber im Frühjahr am spektakulärsten. Im April bedeckt der Bärlauch (Allium ursinum), eine aromatische Pflanze aus der Familie der Zwiebelgewächse, den Waldboden mit einem grün-weißen Teppich. Zwischen dem Bärlauch wachsen außerdem der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia), der Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria) und an den trockensten Standorten auch das Maiglöckchen (Convallaria majalis). Der Schuppenwurz ist eine Besonderheit, da es sich um eine Schmarotzerpflanze handelt, die sich mit Hilfe von Saugrohren von den Wurzeln ihrer Wirtspflanze (Bäume wie die Erle oder die Hasel) ernährt.

 

Photographies :
Clématite blanche - Houblon - Ail des ours